Landesdelegiertenkonferenz in Heidenheim

Am letzen Wochenende trafen sich die Landesgrünen in Heidenheim zur ersten LDK nach der Bundestagswahl und nach dem Scheitern der Sondierung zu Jamaika. Nach dem Grußwort von Heidenheims Oberbürgermeister Ilg eröffnete die Landesvorsitzende Sandra Detzer die Aussprache zur aktuellen politischen Lage.

 

Ministerpräsident Winfried Kretschmann streifte in seiner Rede viele aktuelle Themen. Das Jamaika-Aus war für ihn aber nicht mehr das Thema, welches es noch vor einer Woche war, als er sich sehr enttäuscht, fast schon entrüstet, zeigte. Er wolle nicht in den Rückspiegel schauen, sondern kraftvoll grüne Themen angehen. Was er nicht nur in seiner Rede betonte, sondern schon während den Sondierungsgesprächen, war der Klimaschutz, der nicht Spielball,  sondern Standbein der Grünen war, ist und bleibt. Dem Klima ist es egal, ob wir es schützen oder nicht. Uns aber kann es nicht egal sein. Er schloss seine Rede mit der Aussage, dass wir in der Landesregierung angekommen sind und wir dort auch bleiben wollen.

 

Winfried übergab an den (noch) Bundesvorsitzenden der Grünen Cem Özdemir. Auch er betonte, dass das Jamaka-Aus vor allem für Europa ein Rückschlag werden könnte. Gerade in Zeiten, in denen populistische und nationalistische Tendenzen um sich greifen, wäre ein starke Achse zwischen Frankreich und Deutschland wichtig. Es wäre an der Zeit, den Ball, den Frankreichs Staatspräsident Macron gespielt hat, endlich aufzunehmen.  Auch er streifte in seiner Rede viele politische Projekte und man konnte heraus hören, dass er sich – nach seiner Aufgabe als Bundesvorstand – für den Fraktionsvorsitz im Bund positionieren wollte. Am Ende seiner durchschnittlichen Rede wurde es dann doch noch einmal emotional. Er sprach von sich als Migrantenkind den Satz, dass man nur dann hier angekommen sei, wenn auch die anderen angekommen wären (er meinte natürlich die Einheimischen). Danach würde er mit stehenden Ovationen gefeiert, weil er genau das aussprach, was wir uns alle wünschen: Mehr Gelassenheit und Mitmenschlichkeit mit unseren neuen Mitbürger*innen.

 

Sich neue Verbündende zu suchen, dafür sprach sich Kerstin Andreae aus. Diese finde man auch, in den tief konservativen Kreisen, weil sich auch dort Menschen über den Klimawandel und über andere Verkehrskonzepte u.a. Gedanken machen.

 

Nach der allgemeinen Aussprache wurde in der ersten Wahl der Landesvorstand von Sandra Detzer (73,8%) und Oliver Hildenbrand (92,8%) bestätigt. Auch der Landesschatzmeister Wolfgang Kaiser (91,66%) wieder in sein Amt gewählt.

 

Autor: Martin Rössner, Tettnang