Bündnis90/Die Grünen KV Bodenseekreis

Einladung zum grünen Bürgerdialog

Zur öffentlichen Fraktionssitzung lädt die Ortgruppe Langenargen alle Interessierten immer am Dienstag vor der jeweiligen Gemeinderatssitzung in den Musiksalon Hirscher (im Bahnhofsgebäude) ein.

Die wichtigen Punkte der kommenden Gemeinderatssitzung, die im Gespräch diskutiert werden sollen, veröffentlichen wir vorab ab spätestens Montag auf der Facebookseite "Grüne Langenargen".
Gerne können Sie sich/Ihr Euch auch in unseren Mailverteiler eintragen. Dazu genügt ein kurzes E-mail an gruene-langenargen@web.de.

Die nächsten Termine für unseren "Grünen Bürgerdialog" sind Dienstag, der 14.02. 2017 und Dienstag, der 21.03. jeweils um 19:30.

Boris Palmer hat zum Thema Asyl viel zu sagen

Auf Einladung des grünen Ortsverbands kamen bis 20 Uhr am 18.2. um die 150 Leute ins Foyer der Turn- und Festhalle, allesamt gespannt auf Boris Palmer, den grünen Oberbürgermeister der Stadt Tübingen. Dieser war besonders durch sein Interview im Spiegel, bei dem er Thesen vertritt die (nicht nur) unter Grünen umstritten sind, in letzter Zeit in der Presse sehr präsent.


Boris Palmer verspätete sich und Christa Hecht-Flur überbrückte die Wartezeit in dem sie Einblicke in die Arbeit des Kreistags gab. Palmer entschuldigte sich dann für seine Verspätung auf humorvolle Weise damit, dass der Zug in Langenargen nicht gehalten hätte.


Seinen Vortrag startete er mit der Feststellung, dass die aktuelle Debatte zur Flüchtlingskrise leider nur noch schwarz-weiß geführt werde. Er erläuterte das von Schulz von Thun aus Aristoteles' Tugendethik entwickelte Wertequadrat. Daraus leitet Palmer ab, dass ein Finden zum Mittelmaß erstrebenswert ist: denn wer beispielsweise die Selbstaufopferung übertreibt, kann irgendwann nicht mehr und wer den Eigennutz übertreibt, der lässt z.B. Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken. Daher ist ein Finden eines Mittelwegs so wichtig und dazu hat er seine eigenen Gedanken. Natürlich ginge es darum Fluchtursachen zu bekämpfen, aber die würden nicht von heute auf morgen verschwinden. Und: Deutschland ist nicht unbegrenzt aufnahmefähig. Eine Obergrenze würde zwar keinen Sinn machen, wohl gäbe es aber eine Belastungsgrenze.


Er möchte deshalb Grenzkontrollen an den EU-Außengrenzen einführen, dass es möglich wird, den Zustrom in geregelte Bahnen zu bringen und dass nicht nur die Starken, die den Weg nach Europa schaffen, in den Genuss unserer Hilfsbereitschaft kommen. Er meint, dass die Aufgabe dieser Debatte ein guter Diskurs sein muss und dass es wichtig ist im Gespräch zu bleiben und nach Lösungen zu suchen.


Boris Palmer verstand es in beeindruckender Weise seine Sichtweise so rüberzubringen und folgerichtig abzuleiten, dass die Anwesenden ihm gerne zuhörten und Vielen bewusst wurde, dass Palmer wirklich ernstzunehmende Beiträge zur aktuellen Debatte beitragen kann. Durch seine beeindruckende Persönlichkeit, seinen wohldosierten Humor und die Art, wie er mit den Fragen aus dem Publikum umging, entstand eine Atmosphäre, die es ermöglichte, dass viele Anwesende den Abend als gewinnbringende Bereicherung erlebten und mit neuen Erkenntnissen und guter Stimmung den Saal verließen.

Interessanter Abend zum Thema „Bürgerbeteiligung“ mit Staatsrätin Gisela Erler

 

Staatsrätin Gisela Erler referierte am 19.11.15 im Foyer der Festhalle auf Einladung des grünen Ortsverbands über Möglichkeiten und Grenzen der Bürgerbeteiligung u.a. auch auf Gemeindeebene.

 

Das Thema traf offenbar den Nerv der  Langenargener: rund 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger (darunter über die Hälfte des Gemeinderats) kamen, um sich über die ganze Bandbreite des Themas zu informieren.

 

Es fördere die Zufriedenheit der Bürger ungemein, wenn sie frühzeitig informiert werden und Interessierte in einem gewissen Rahmen die Möglichkeit haben, sich einzubringen. Viele Politiker würden inzwischen sagen: „Wir wissen, dass wir beteiligen müssen, weil wir sonst immer nur Krach haben“, so Erler. Außerdem kämen in der Regel viel bessere Ergebnisse heraus, wenn verschiedene Ideen zusammengebracht würden.

Kritik müsse natürlich ernst genommen werden   -  wenn sie denn sinnvoll sei.

Gleichzeitig wäre es wichtig zu beachten, dass Bürgerbeteiligung nicht mit direkter Demokratie vermischt werde und dass „gehört“ werden nicht mit „erhört“ werden verwechselt werden dürfe.

 

Ihrem Impulsvortrag zum Thema folgte eine spannende Diskussionsrunde.

Die Diskussionsbeiträge ließen erkennen, dass sich in Langenargen viele nach einer guten Möglichkeit sehnen, sich auf konstruktive Weise einzubringen und eben auch danach „gehört“ zu werden.

Damit ein gutes Miteinander in Langenargen gelingen kann riet Gisela Erler, die wichtigen Themen zu definieren, eine Begleitgruppe aus Gegnern, Befürwortern und „Neutralen“ zu bilden, einen Moderator ins Boot zu holen und sich in dieser Form konstruktiv auseinanderzusetzen und über  Lösungsmöglichkeiten nachzudenken.

 

Treffen vor Ort mit Martin Hahn

Das Foto zeigt MdL Martin Hahn im Gespräch mit Peter Weinreich vom NABU Langenargen, Gemeinderat und Kreisrat Ulrich Ziebart, Gemeinderätin Silke Falch, Maria Hestermann Vorsitzende des Grünen Ortsverbandes Langenargen, Bruno Brugger Landwirt aus Spaltenstein, Hans-Günther Moser Fraktionsvorsitzender der Grünen im Gemeinderat, Franz Sorg Ingenieur, Nebenerwerbslandwirt und Obstbrenner bei seinem Besuch des OV Langenargen am 20.05.2015.

Anregende und informative Gesprächsrunde zum Thema Obstbau mit Martin Hahn in Langenargen

Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen und Agrarpolitischer Sprecher machte sich am vergangenen Mittwoch  im Beisein von Vertretern der Langenargener Grünen, Obstbauern und Naturschützern ein Bild über die von der Gemeinde in den vergangenen Jahren gepflanzten Hochstämme im Rahmen der Hochzeitsbaumaktion. Bereits vor Ort in kleiner  Runde wurden interessante Aspekte in Sachen Hochstämme und Obstbau aufgezeigt. So hatten Streuobstwiesen früher eine Doppelfunktion als Viehfutter und zur Obsterzeugung. Heute rechnet sich dies für die Landwirte nicht mehr. Deshalb hat die Landesregierung ein Pflegeprogramm aufgelegt um hier unterstützend zu wirken. Auch die Risiken der Bewirtschaftung, sowie das Problem, dass manche Sorten wie z.B. Oberösterreicher als Trägerpflanze des Feuerbrandes bekannt sind, wurden angesprochen. Eine sinnvolle Alternative wären hier Walnuss-und Kastanienbäume. Auch ein großer Abstand zum Kulturobst ist erforderlich. Hier sind Biobauern und konventionell anbauende Landwirte vor die gleichen Probleme gestellt.

Die anschließende Diskussion mit Martin Hahn beim „Grünen Treff“ im Hotel Gasthof Krone, zu dem über 20 Interessierte kamen, war vielseitig und informativ. Der spannende Austausch zwischen dem agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, mit sowohl konventionell als auch ökologisch orientierten Obstbauern, Naturschützern, Gemeinderäten und  interessierten Bürgerinnen und Bürgern war kurzweilig und interessant für alle Beteiligten.

Derzeit werden rund 10 % der Obstbauflächen in Deutschland biologisch bewirtschaftet. Der Bodenseeraum ist neben dem Alten Land das zweitgrößte Obstanbaugebiet in Deutschland. Eine hochprofessionelle Form im Umgang mit der Obstproduktion ist in Langenargen sowohl im Biobereich als auch im konventionellen Obstbau gegeben. In Bavendorf  wurde  2012 von der Landesregierung auf 20 ha ein neues Versuchsgelände für ökologischen Obstbau geschaffen. Hier sollen neue Erkenntnisse gewonnen werden auch um den Einsatz von Spritzmitteln im Hinblick auf den Schutz des Trinkwassers weiter zu reduzieren und die Bodenbeschaffenheit zu verbessern.

Dass Hochstämme nicht wirtschaftlich im Obstbau eingesetzt werden können, war bei den Teilnehmern unstrittig. Hochstämme sind eher als konventionelle Art des Naturschutzes zu bezeichnen. Im Spannungsfeld zwischen den Räumen für die Artenvielfalt, die es zu schaffen gilt und der notwendigen Wirtschaftlichkeit sowohl des ökologischen, als auch des konventionellen Obstanbaus, entspannte sich eine lebhafte Diskussion mit vielen guten Gedanken und Ideen. Am Ende waren sich alle einig, dass eine zukunftsorientierte Landnutzung etwas mit Verantwortung und Nachhaltigkeit zu tun hat und dass ein Austausch, bei dem alle an einem Tisch sitzen (Obstbauern, Naturschützer, Politiker und Bürger) viel zum gegenseitigen Verständnis und zum Entwickeln guter, zukunftsfähiger Lösungen - nicht nur für Obstbäume - beitragen kann.